27.02.13

Fremde willkommen heißen

Am Freitag feiern Christen den Weltgebetstag, dieses Jahr von Frauen aus Frankreich gestaltet

Am Freitag, 1. März, feiern Menschen weltweit den Gottesdienst „Ich war fremd – ihr habt mich aufgenommen“, der von Frauen aus Frankreich gestaltet wurde.

Was heißt es, die Heimat verlassen zu müssen und plötzlich „fremd“ zu sein? Diese Frage stellen sich Frauen aus Frankreich, die den Gottesdienst zum Weltgebetstag 2013 mit dem Titel „Ich war fremd – ihr habt mich aufgenommen“ geschrieben haben. In Kirchengemeinden in über 170 Ländern der Erde gestalten Frauengruppen unterschiedlicher christlicher Konfessionen den Gottesdienst der Französinnen. Mit Gebeten, Liedern und kreativer Gestaltung lädt er zu einer Kultur des Willkommens ein. Mutig zeigen die Französinnen aber auch, wo die europäische Gesellschaft keine Willkommensgesellschaft ist. Alltäglicher Rassismus und rigide Asylgesetze stehen im krassen Gegensatz zu den Worten Jesu Christi.

In Frankreich, wo über 50 Prozent der Bevölkerung römisch-katholisch ist, ist die strikte Trennung von Staat und Religion in der Verfassung verankert. Es gibt weder Kirchensteuer noch Religionsunterricht an staatlichen Schulen, dennoch ist der Glaube vieler Franzosen lebendig. Die Weltgebetstagsbewegung verbreitete sich in den 1980er-Jahren vom Elsass aus in ganz Frankreich.

Die zwölf Mitglieder des französischen Weltgebetstagskomitees aus sechs christlichen Konfessionen hoffen, dass Menschen in der ganzen Welt bei ihrem Gottesdienst zum Weltgebetstag 2013 aufgerüttelt werden, solidarisch zu sein und „Fremde“ willkommen zu heißen. Ein spürbares Zeichen dafür wird auch mit der Gottesdienstkollekte gesetzt, die Frauen- und Mädchenprojekte auf der ganzen Welt unterstützt. In Frankreich und Deutschland werden so zum Beispiel Projekte für Flüchtlinge und Asylbewerberinnen gefördert.

Der Weltgebetstag ist eine große, weltweite Basisbewegung christlicher Frauen. Der Gottesdienst zum Weltgebetstag wird jedes Jahr von Frauen unterschiedlicher christlicher Konfessionen aus einem anderen Land vorbereitet. Jedes Jahr feiern diesen Gottesdienst dann Frauen, Männer und Kinder in rund 170 Ländern der Erde.

So organisieren und gestalten auch Frauen in vielen Kirchengemeinden in und um Nürtingen den Weltgebetstag. Zu ihren ökumenischen Gottesdiensten werden auch 2013 wieder viele Besucherinnen und Besucher erwartet. Die Weltgebetstagsfrauen unterschiedlicher Konfessionen, Generationen und Bildungshintergründe sind solidarisch und übernehmen Verantwortung. Ein sichtbares Zeichen dieser Solidarität ist die weltweite Förderung von Frauen- und Mädchenprojekten durch die Gottesdienstkollekte. Weltgebetstag – das ist gelebte Ökumene und weltweite Solidarität.

 

An folgenden Orten findet am Freitag der Weltgebetstag statt: Aich/Neuenhaus, 19.30 Uhr, evangelisches Gemeindehaus Zehntscheuer in Aich; Altenriet/Schlaitdorf, 19 Uhr, evangelisches Gemeindehaus Schlaitdorf; Altdorf, 19.30 Uhr, evangelische Kirche; Beuren, 19 Uhr, evangelische Nikolauskirche; Grötzingen, 19.30 Uhr, katholische Kirche; Großbettlingen, 19 Uhr, evangelische Andreaskirche; Kohlberg, 19.30 Uhr, evangelisches Gemeindehaus Kappishäusern; Neckarhausen, 19.30 Uhr, katholisches Edith-Stein-Haus; Neckartailfingen, 19.30 Uhr, katholische Marienkirche; Neckartenzlingen, 19.30 Uhr, katholische St.-Paulus-Kirche; Neuffen, 19 Uhr, katholische Kirche St. Michael; Nürtingen, Versöhnungskirche und Stephanuskirche, 19 Uhr, ökumenisches Stephanushaus; Nürtingen, Enzenhardt, 17 Uhr, evangelische Auferstehungskirche; Nürtingen, Stadtkirche, Lutherkirche, katholische Kirche St. Johannes, Baptisten, Methodisten, 19 Uhr, evangelisch-methodistische Kirche; Oberboihingen, 19 Uhr, katholische Dreifaltigkeitskirche; Oberensingen/Hardt, 19.30 Uhr, ökumenisches Gemeindehaus K2O; Raidwangen, 19 Uhr, evangelisch-methodistische Kirche; Reudern, 19.30 Uhr, evangelische Friedenskirche; Unterensingen, 19 Uhr, evangelische Michaelskirche; Wendlingen am Neckar, 19.30 Uhr, evangelische Johanneskirche; Wolfschlugen, 20 Uhr, evangelische Kirche; Zizishausen, 19.30 Uhr, katholisches Gemeindezentrum St. Nikolaus