Die Glocken unserer Kirche

Der Kirchengemeinderat hat sich im Frühjahr 2013 mit der Läuteordnung befasst, sich vom Glockensachverständigen der Landeskirche C. Huber beraten lassen und eine neue Läuteordnung zum 1. Advent 2013 beschlossen.

Unsere Kirche hat ein schönes Geläut, das aus drei Glocken besteht.
Bemerkenswert ist ihr Alter. Wohl noch aus dem 14. Jahrhundert stammt die kleine. Die große wurde 1496 gegossen und die mittlere 1951.

Laut Herrn Huber fehlt zur Vollendung nur noch eine vierte, noch kleinere Glocke. Sie würde den Klang abrunden. Doch die Kosten von ungefähr 15.000 Euro kann die Kirchengemeinde bis auf weiteres nicht aufbringen.

Vielleicht findet sich ja ein Stifter oder eine Stifterin?

Übrigens wurden die Glocken der kath. Kirche auf die Glocken der evang. Kirche abgestimmt.

Die große Glocke: Bet- und Vaterunserglocke

© Wilfried Scheuer

Betglocke

Die große Glocke ist auf den Ton f gestimmt. Sie trägt die Inschrift: „Osanna heiß ich, zu unserer Frauen Ehr laut ich, Bernhart Lachenmann goß mich 1496".

Gewicht: ca. 1.100 kg
Durchmesser: 122 cm

Die große Glocke heißt „Betglocke", weil sie täglich dreimal zum Gebet ruft:
Morgens um 6.30 Uhr (außer sonntags) zum Morgengebet und zur Erinnerung an die Auferstehung Jesu. Dieses Morgenläuten fand schon lange nicht mehr statt, es wird jetzt wieder eingeführt. Das Morgenläuten geschieht zeitgleich mit dem der katholischen Kirche.
Mittags um 12 Uhr zum Mittagsgebet und zum Gebet um den Frieden.
Abends um 18 Uhr zum Abendgebet und zur Erinnerung an den Abend des Lebens und den Abend der Welt. Das Abendläuten wurde nach dem Sturm Lothar eingestellt, weil der Turm beschädigt war. Zwischenzeitlich ist er repariert.


Während der Gottesdienste läutet die Betglocke beim Vaterunser der Gemeinde und so können die Daheimgebliebenen das Vaterunser mitbeten.

Die mittlere Glocke: Kreuzglocke

© Wilfried Scheuer

Kreuzglocke

Die mittlere Glocke, auf den Ton b' gestimmt, wurde 1951 in der Glockengießerei Kurtz, Stuttgart, gegossen. Die Bevölkerung hat sie zum Gedächtnis der Opfer des Krieges gestiftet.

Gewicht: 394 kg
Durchmesser: 86,8 cm

Sie trägt die Inschrift: „Meine Zeit steht in Deinen Händen".

Die mittlere Glocke heißt „Kreuzglocke", weil sie täglich (außer am Sonntag, dem Auferstehungstag) an das Kreuz erinnert: Weil Jesus am Karfreitag zur neunten Stunde (= 15 Uhr) starb. Seit man sich erinnern kann, geschieht dieses Läuten in Frickenhausen um 15.30 Uhr, der Grund ist nicht bekannt. Der Kirchengemeinderat wollte jedoch diese Tradition nicht ändern.

Die kleine Glocke: Taufglocke

© Wilfried Scheuer

Taufglocke

Die kleine Glocke, auf den Ton des" gestimmt, stammt aus dem 14. Jahrhundert.

Gewicht: 380 kg
Durchmesser: 84 cm

Die Inschrift lautet: „Matheus / Marcus / Lucas / Johannes.

Die kleine Glocke heißt „Taufglocke", weil sie während der Taufhandlung geläutet wird.

Vom Läuten und Schlagen

Grundsätzlich klingen die Glocken in zweifacher, unterschiedlicher Weise:

Das Schlagen geschieht mit einem Hammer, beim Läuten treibt ein Rad mit Kette die Glocke an. Der Ton kommt dann vom Klöppel.

Das „Zeichenläuten"
Eine Stunde vor dem sonn- und feiertäglichen Hauptgottesdienst läutet die Kreuzglocke - dies wurde wieder eingeführt - , eine halbe Stunde vor dem Gottesdienst die Betglocke als Zeichen zur Vorbereitung auf den Gottesdienst. Bei Trauungen und Bestattungen läutet die Kreuzglocke eine halbe Stunde vor Beginn.

Das Läuten: mehrere Glocken
Das volle Geläut lädt zu Gottesdiensten ein. Das Einläuten des Gottesdienstes dauert eine halbe Viertelstunde.
Zudem wird am Vortag von Festtagen um 18 Uhr mit allen drei Glocken zehn Minuten geläutet, ebenso beim Jahreswechsel um 0:00 Uhr.

Das Schlagen
Das Schlagen der Viertelstunden ist eine öffentliche Uhr. Deshalb bezahlt die Kommune den Unterhalt für Turm, Uhr und Glocken.

Pfarrer Wilfried Scheuer