Bläserkonzert des Posaunenchors Frickenhausen

© Holger Sick

Posaunenchor

© Holger Sick

Das Alphorn spielt "Großer Gott wir loben dich"

Mit dem Stück „One Moment in Time“ in einem Satz von Ansgar Sailer begrüßten die Bläser unter der Leitung von Herbert Gneiting die Gemeinde. Recht viele Leute haben sich mehr als einen Moment Zeit genommen für die Abendmusik der Frickenhäuser Bläser. Es folgte ein abwechslungsreiches Programm mit Werken zeitgenössischer Komponisten und Musik aus dem Barock. So waren nun zunächst die Stücke Corrente und Preludio von Antonio Vivaldi zu hören.

Eine Besonderheit und ein klangliches Gegenstück zu der lautstarken Bläsermusik
boten drei Frickenhäuser Frauen mit ihren Veeh-Harfen. Die Veeh-Harfe hat der Landwirt Hermann Veeh ursprünglich für seinen Sohn, der das Down-Syndrom hat, entwickelt. Um das Instrument zu spielen, braucht man nur ganz geringe musikalische Kenntnisse. Das klangliche Ergebnis, das so an diesem Abend geboten wurde, war berückend schön. Zunächst erklang eine Gavotte von G.F.Händel und ein Andantino von W.A. Mozart.

Jetzt waren die drei Nachwuchsbläser an der Reihe. Sie zeigten mit Unterstützung ihres Jungbläserleiters, Daniel Schäf, wie weit sie es schon gebracht hatten.

Weil das Spielen von Chorälen schon immer die wichtigste Aufgabe war, die sich die Posaunenchöre vornahmen, durften hier wenigstens zwei der in diesen Kreisen besonders beliebten Bachsätze nicht fehlen: „Vater unser im Himmelreich“ und „Gott lebet noch“.

Das Hauptwerk des Abends war der Choral „Großer Gott, wir loben dich“ in unterschiedlichen Sätzen und unterschiedlichen Besetzungen. Dem Choralvorspiel von Helmut Lammel folgten zwei Strophen, die mit Bläserbegleitung gemeinsam gesungen wurden. Die Strophen der Veeh-Harfen verliehen dem Lied zwischendurch zarten himmlischen Glanz. Als Bläserzwischenspiel erklang eine Vertonung von Max Reger. Eine weitere Strophe blies Martin Gneiting auf seinem Alphorn, eine Uraufführung im Rahmen dieses Bläserchors. Und als Choralnachspiel war eine Musik von dem Frickenhäuser Komponisten Florian Aißlinger gewählt worden.

Durch Lesungen wurde auf die Eigenart, Entstehung und Textvorlage der jeweiligen Werke hingewiesen. So auch bei der nun folgenden Motette „Alles, was ihr tut, in Worten oder mit Werken ...“ von Dietrich Buxtehude, den J.S. Bach besonders schätzte.

Ein krasser Gegensatz zu dem barocken Meister bildete das moderne Stück „Ephemera“ (Eintagsfliege) von Dieter Wendel. Es ist auch bei dieser Musik bewundernswert, mit welcher technischen Geläufigkeit die Bläserinnen und Bläser dieses schwierige Stück meisterten.

Von den Veeh-Harfen waren nun die beiden Lieder zu hören „Bunt sind schon die Wälder“ und „Ich bete an die Macht der Liebe“ als erneut schönen Gegensatz zu den starken Bläserklängen.

Aber die poppigen modernen Stücke haben es den Frickenhäuser Bläsern besonders angetan. So von Gottfried Schreiter „Aufsteh'n, aufeinander zugeh'n“ und die „Pop Serenade“ von Michael Schütz, die das Programm des Abends beschlossen.

Nach der Würdigung der Solistinnen und Solisten des Abends, nach Würdigung der Arbeit des bewährten Dirigenten, begleitet von reichem Beifall, ließen es sich die Bläser nicht nehmen, noch einmal zu den Instrumenten zu greifen und das Konzert mit den ruhigen Stücken „Tröste deine Menschen“ von Hans-Joachim Eißler und „Abendgebet“ von Engelbert Humperdinck ausklingen zu lassen.

Ulrich Immendörfer